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Zehn Franzosen sterben in Hinterhalt der Taliban
Französische Soldaten sind östlich der afghanischen Hauptstadt Kabul in einen Hinterhalt der Taliban geraten. Es kam zu heftigen Gefechten, bei denen zehn Franzosen getötet worden sein sollen. Auch bei den Angreifern gab es viele Tote. Der französische Präsident will noch am Dienstagabend nach Afghanistan reisen.Gefechte mit radikal-islamischen Taliban-Kämpfern haben am Dienstag in der Nähe der afghanischen Hauptstadt Kabul zehn französische Soldaten von internationalen Schutztruppe Isaf das Leben gekostet. Das erklärte ein Vertreter der afghanischen Behörden in Kabul. Wie aus Sicherheitskreisen in Kabul verlautet, griffen die Aufständischen den Isaf-Konvoi im Bezirk Sarobi, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt an. “Dutzende“ weitere Soldaten seien dabei verletzt worden, hieß es. Auch mindestens 27 Aufständische seien getötet worden, so ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums.
Die Taliban bekannten sich im Internet zu dem Angriff. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Aufständischen hätten die Nato-Einheit im Bezirk Sarobi mit Minen und Raketen angegriffen. Fünf Fahrzeuge seien zerstört worden. Die Nato habe mit Luftangriffen geantwortet, bei denen fünf Taliban-Kämpfer und 15 Zivilisten getötet worden seien. Dafür gab es keine unabhängige Bestätigung. Die Angaben der Taliban über Opfer in der Zivilbevölkerung erweisen sich häufig als übertrieben.
Der französische Rundfunk berichtete, die Soldaten seien Fallschirmspringer gewesen. Die französische Regierung hat den Angriff mittlerweile bestätigt. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sprach von einem „Hinterhalt mit extremer Gewalttätigkeit“, in den die Soldaten bereits am Montagebend geraten seien. Die Gefechte dauerten bis zum Dienstag an.
Es habe sich um einen gemeinsamen Einsatz mit der afghanischen Armee gehandelt, erklärte Sarkozy. Es sei eine erhebliche Unterstützung der Verbündeten mobilisiert worden, um die in einen Hinterhalt geratenen Truppen zu retten. Nach afghanischen Regierungsangaben wurden vier der Franzosen zunächst gekidnappt und dann getötet.
„Ich verneige mich mit Respekt und Ergriffenheit vor dem Mut dieser Männer, die ihre Aufgabe bis zum höchsten Opfer erfüllt haben“, sagte der Präsident. Frankreich bleibe dennoch entschlossen, den Kampf gegen Terror und für Demokratie und Freiheit in Afghanistan fortzusetzen.
Sarkozy kündigte an, sich vor Ort über die Lage informieren zu wollen. Sarkozy werde am Dienstagabend nach Afghanistan reisen, teilte der Elysée-Palast in Paris mit. Es ist der schwerste Verlust für die französische Armee seit einem Anschlag 1983 im Libanon. Damals starben 58 Fallschirmjäger.Frankreich hat rund 3000 Soldaten in Afghanistan stationiert, davon 1800 in der Provinz Kabul, wo auch Sarobi liegt. Weitere 600 Soldaten unterstützen den Einsatz von außen. Noch beim Nato-Gipfel in Bukarest im April hatte Sarkozy ein verstärktes militärisches Engagement seines Landes am Hindukusch zugesagt. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes Ende 2001 waren bislang 14 französische Militärangehörige bei Kampfhandlungen, Anschlägen oder Unfällen ums Leben gekommen.
DIE WELT

